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18. August 2019 : 15:48

Unsere Chronik

Unsere Chronik - "Die Schützen in Trauchgau"

Wann zum ersten Mal in Trauchgau geschossen wurde ist nicht genau belegt. Es ist jedoch anzunehmen, dass die Anfänge des Schützenwesens auch bei uns irgendwo im 16. Jahrhundert liegen. Schließlich war das Schlößle von Niederhofen um 1590 Jagdzentrum der bayrischen Kurfürsten unter Herzog Ferdinand. Die erste erhaltene Schützenscheibe stammt aus dem Jahr 1764. Sie wurde mit Vorderladern ausgeschossen. Die Scheibe wird beim Jäger (Straubinger) in Nieder-hofen aufbewahrt, eine Kopie ist im Eigentum der Vereinigten Schützen Trauchgau.

Dass schon im frühen 19.Jahrhundert in Trauchgau geschossen wurde beweist eine 1877 von Johann Pröbstl gestiftete Scheibe mit der Aufschrift „Ich hab’ 50 Jahr’ geschossen, hat Mich oft verdrossen aber itz isch auß Ich sich nimmer naus“.

Erstmals schriftlich erwähnt sind Trauchgauer Schützen 1846 in den Aufzeichnungen des Schullehrers Kaspar Birk, der von einem Scheibenschießen zu Ehren König Ludwigs auf dem Weitstand zu den drei Mühlen (heute Halblech) berichtet.

1864 erfolgt die erste Eintragung eines Schützenvereins bei der Gemeinde. Feuer wurde also wenigstens seit 1864, wahrscheinlich aber bereits früher, geschossen. Aus den noch vorhandenen Aufzeichnungen geht hervor, dass an den Sonntagen Übungsschiessen abgehalten wurden. Das Schiessen hatte Gültigkeit, sobald drei Schützen anwesend waren. Die Nichtanwesenden mussten Strafe bezahlen. Jeder hatte einen Feuerstutzen, mit dem 10 Schuss „ins Buch“ und einer auf die Ehrenscheibe abgegeben wurden. Die meisten Schützen nahmen aus finanziellen Gründen nur 11 Schuss mit – Schießen war damals eine teure Angelegenheit.

1875 entsteht „beim Christoph“ (heute Gasthof Adler) die erste Zimmerschützengesellschaft. Mitglieder sind die Selben wie bei den Weitstandschützen, unter ihnen auch Buchinger und Berghofer. 1887 trennen sich die Trauchgauer Schützen vom Winterschiessen im Gasthof Christoph und gründen im Gasthaus Hirsch einen Zimmerschützenverein. Die Buchinger Schützen ziehen sich nach Berghof zurück. Erhalten sind Statuten aus dem Jahr 1900, 1. Schützenmeister ist Adolf Kaufmann. Mit dem Bau der Postwirtschaft trennen sich 1903 die Trauchgauer Zimmerschützen in eine I. und II. Zimmerschützengesellschaft. Die I. Gesellschaft unter Schützenmeister Pfarrer Geiger schießt in der Post, die II. Gesellschaft bleibt im Gasthof Hirsch. Schützenmeister ist dort Josef Helmer. 1904 wird im Gasthof Sera eine weitere Schützengesellschaft gegründet.

1926 Gründung des KK-Vereins durch Johann Pröbstl und Bau eines ersten KK-Schießstandes. Bereits 1930 wurde ein neuer KK-Stand errichtet. Dieser KK-Stand hatte seinen Platz ungefähr an der heutigen Schussstatt und stand neben dem Feuerschützenstand.

Josef Pröbstl und Max Pfeiffer, Feuerschützen Halblech, stiften 1934 eine Vereinsfahne. Die Fahnenweihe ist am 27. Mai 1934. Die Fahne wird bis heute von den Vereinigten Schützen Trauchgau verwendet.

1947 brennt der Feuerschützenstand ab. Die Ära des Feuerstutzenschießens ist damit in Trauchgau endgültig beendet. Der benachbarte KK-Stand wird wegen des Schießverbots nach dem zweiten Weltkrieg ebenfalls abgebaut.

1951 werden mit dem Wiederaufleben des Schützenwesens die Vereinigten Schützen Trauchgau gegründet. Die einzelnen Gesellschaften bestehen zwar weiter und führen ihren Schießbetrieb bei Gesellschaftsschießen in den unterschiedlichen Wirtschaften durch. Nach außen vertreten aber jetzt die Vereinigten Schützen die Trauchgauer Farben auf Preisschießen und Meisterschaften. 1. Schützenmeister wird Josef Niggl, Ried.

1956 Wiederaufbau des KK-Standes auf einem vom Obermüller zur Nutzung überlassenen Grundstück.

1966 packen die Vereinigten Schützen die Gelegenheit beim Schopf und errichten im Keller der neugebauten Turnhalle in Trauchgau einen Luftgewehr-Schießstand mit Aufenthaltsraum. Dort wird fortan auf vier 10-m-Ständen geschossen. Nachdem das Schiessen in den Gasthäusern auf Grund immer strengerer behördlicher Auflagen zunehmend schwieriger wird, und zudem vor jedem Schiessen erst der Stand aufgebaut werden muss, schießt die II. Gesellschaft gleich nach Fertigstellung im Stand in der Turnhalle. Die I. Gesellschaft schließt sich 1973 an, nachdem die Verhältnisse im Gasthof Post untragbar geworden sind.

1967 Beni Niggl wird beim Oktoberfestschiessen Landesschützenkönig.

1968 Albert Schön schießt das beste Blattl auf die Scheibe für den Landesschützenkönig, darf aber nicht König werden, weil er noch keine 18 Jahre alt ist.

1978 Einweihung und Eröffnungsschiessen der umgebauten KK-Schussstatt.

1982 Josef Niggl wird wegen seiner außerordentlichen Verdienste um das Schützenwesen zum Ehrenmitglied des Schützenbezirks Schwaben und zum Ehrenmitglied des Bayerischen Sportschützenbundes ernannt.

1988 Erweiterung des Luftgewehrstandes in der Turnhalle auf 8 Stände.

1991 Die Vereinigten Schützen stiften für das neue Geläut der Pfarrkirche St. Andreas die Zwölf-Uhr-Glocke. Die Glocke trägt ein Bild des Schützenpatrons Hl. Sebastian und die Inschrift "1866-1991, 125 Jahre Trauchgauer Schützen"

1999 Abermalige Schiessstanderweiterung und Neubau von Aufenthalts-, Umkleide- und Auswertungsraum. Es entstehen 11 Luftgewehrstände, von denen 3 auf 15 m zum Zimmerstutzenschiessen verlängert werden können.

Landeskönig: Benedikt Niggl 1967
Bezirksjugendkönig: Markus Doller 2009
Gaukönige: Eduard Pfeiffer 1975
Stefan Gans 1995
Gauköniginnen: Rosmarie Lichtblau 1990
Petra Etschmann 1995
Petra Etschmann 1998
Margit Stöger 2005
Kreszentia Lang 2007
Gaujugendkönig: Pröbstl Christine 1999
Thomas Niggl 2005
Schützenmeister VS Trauchgau:
Josef Niggl 1951-1973
Josef Gunkel 1973-1985
Benedikt Niggl 1985-1993
Hans-Peter Kristen 1993-